Und wie sie doch funktioniert! Zum Herrschen braucht es nämlich nicht die Zusage durch das Stimmvieh, sondern lediglich das Mittel um seine Interessen durchzusetzen. Angesichts der für Demokraten doch recht desaströsen Wahlbeteiligung von rund 43% aller Wahlberechtigten, meckern die Sozialdemokraten jetzt rum und fordern gar eine Wahlpflicht und fürs nicht-wählen gehen eine Strafe von 50 Euro. Kaum verwunderlich, dass es die SPD ist, die sich da zum Kameltreiber aufmacht, haben sie doch mit gerade einmal 21,5% eine dolle Schlappe auf Europaebene und damit unangenehme Vorzeichen für den Bundestagswahlkampf hinnehmen müssen. Angesichts der deutlichen Gewichtung für das sogenannte bürgerliche Lager von FDP und CDU schließt man jetzt wohl daraus, dass das Arbeitervolk Europa-verdrossen garnicht erst wählen geht und man bei der SPD deshalb hinten an steht. Da muss dann schon die eigene Wählerschaft erstmal wieder zum Wahlgang gezwungen werden. Die Beherrschung durch die Richtigen kommt ja eben nicht von ungefähr, sondern durch das Kreuzchen am Sonntag. Unzufriedenheit herrscht auch bei den linken Sozialdemokraten, die geradeeinmal 7,5% in Deutschland ergattern konnten, wovon die wesentlichen Prozentpunkte tatsächlich nur aus dem Osten kommen, und in ganz Europa nur 33 Sitze im EU-Parlament stellen. In Schweden hat die Piratenpartei den Einzug klargemacht und auch in anderen EU-Ländern haben Kleinstparteien mehr Stimmen bekommen als sonst. So konnte die neue antikapitalistische Partei in Frankreich gut punkten und auch in Deutschland haben die unter „Andere“ abgehandelten Regierungswilligen mit 10,7% wiedermal zugelegt.
Um die europaweiten Demokraten aber mal zu beruhigen: Schon bald ist Bildungsstreik und der wird die demokratische Partizipationswillen, zumindest der Jugend, nochmal richtig schön vorantreiben und dann stimmts auch wieder mit der Wahlbeteiligung.
Nachtrag: Demokratisch kann das Völkchen natürlich auch ohne aktive Beteiligung am Willensbildungsprozess sein, wenn es genügsam dem Regiertwerden zustimmt und sich aber eben um andere Belange kümmert.
Du musst halt einfach schauen bzw. erfragen, was die Leute von der Demokratie halten. Da wirst du dann vielleicht enttäuschte Demokraten finden, die das Parteiensystem oder die „Volksparteien“ für einen verrotteten Haufen halten – ein anderes politisches Programm als das demokratische pflegen sie anscheinend trotzdem nicht, sonst würde sich das doch irgendwie anders bemerkbar machen. Du machst da ja auch keine inhaltliche Bestimmung, was die Leute denn sind, wenn sie keine Demokraten mehr sind. „Nicht-Demokraten“ ist inhaltsleer.
Die Zustimmung zum regiert werden ist schon noch vorhanden.
Und dein „Nachtrag“ ist kein Nachtrag, sondern steht im Widerspruch zum restlichen Text und annulliert die Aussagen, die du da getroffen hast.
den widerspruch solltest du mal darstellen. ich find den da nämlich nicht drin
Haupttext: „Es gibt Demokratie ohne Demokraten!“, „Nachtrag“: „Naja, vielleicht – wahrscheinlich sogar; schließlich läuft der Laden – sind die Massen doch demokratisch…“.
beim nachtrag kommt doch viel mehr rum, dass da eben zwischen aktiven und nicht-aktiven demokraten unterschieden werden müsse.
Ob die „aktiv“ oder „nicht-aktiv“ (wtf?) sind, macht doch den Unterschied nicht, wenn die nichtsdestotrotz demokratisch sind, was du ja bestritten hast. Meine Güte.
ich hab das doch keineswegs bestritten. ich hab ja gerade noch konkretisiert, wieso die aussage von dem spd-typen nicht stimmt. der redet nämlich von diesen aktiven demokraten und meint, dass es ohne die keine demokratie gäbe und da hab ich dagegen gesprochen.
danke fürs verlinken
Hör mal auf, mich für dumm verkaufen zu wollen, du Idiot!
Deine Aussage war „Demokratie ohne Demokraten funktioniert prächtig!“. Meine Güte, deine Winkelzüge sind dermaßen peinlich. Ich hätte mir vor einigen Kommentaren nicht verkneifen sollen, dich zu beleidigen.
http://www.parteidernichtwaehler.de/index.htm
woran macht man denn fest, ob jemand demokrat ist? – dein fehler, rockstar, ist dass du mit dem titel und den ersten zwei sätzen festlegst, dass das einzig entscheidende die teilnahme an ner wahl wäre. das steht dann eben im widerspruch zu deinem nachtrag.
wendy, zitieren tut man entweder weil man den inhalt des zitats teilt oder weil man es als aufhänger nutzen will, wie ich es getan habe. und das wird ja nun auch deutlich aus dem text, dass ich den inhalt des zitats nicht teile.
lahma, dementsprechend wird dann auch deutlich inwiefern sich nämlich text und nachtrag nicht entgegenstehen. während nämlich der spd-toffel von demokraten spricht, die es für die demokratie braucht, also leuten die auch fleißig aktiv wählen gehen, sage ich, dass es diese eben nicht brauch, sondern der demokratische staat eben auch ohne diese aktiven demokraten fleißig herrschen kann.
die demokraten nämlich, die der meint, braucht es tatsächlich nicht um demokratie machen zu können.
>aktiven demokraten
ja, im nachtrag. sag ich ja, der widerspricht dem übrigen text.
Dann entschuldige bitte, daß ich noch den nachtrag gemacht hab um richtiger- bzw. vollständigerweise doch auf den vernünftigen begriff vom demokratischen staatsbürger zu kommen.
also im ösi-land wird an der behebung des problems schon gearbeitet: „Warum nicht unter den Wählern drei Häuser verlosen?“
Nach 60 Jahren parlamentarischer Demokratie, fast alle Staaten verschuldet, und mit finanziell nicht tragbaren Renten- und Gesundheits-Systemen ausgestattet. Viele von ihnen führen gar Krieg.
Wenn man davon ausgeht daß die Mehrheit der Leute keine Schulden möchte, im Alter seine Rente ausbezahlt haben möchte, die Gewährleistung der eigenen Gesundheit möchte und vor allem keine Angriffskriege billigt, muß man schlußfolgern, daß die parlamentarische Demokratie nicht im besten Interesse der Bürger handelt.