Erster Mai, es ist nichts vorbei!

Das war er nun, der 1.Mai in Berlin und mit kann wohl deutlich sagen, dass es dolle, wie seit 2004 nicht mehr, gerummst hat. Während die Gewerkschaftsdemo und die MayDay-Parade, die in Pressemitteilungen nicht grundlos betonen muss, dass sie sich vom Karneval der Kulturen unterscheidet, mit deutlich weniger Teilnehmern als erwartet starteten, konnte die 18 Uhr-Demo erneut die 10000er Marke knacken.
Demo beim Einmarsch ins MyFest
Unter dem Motto „Kapitalismus ist Krieg und Krise“ sollte diese durch Kreuzberg36 ziehen, das MyFest durchqueren, nach Neukölln zum Hermannplatz maschieren und dann zurück zum Kotti gehen. Zog die Demo die erste Hälfte der Strecke auch noch deutlich mit den vom Bündnis gesetzten Inhalten durch die Kante, wandelte sich der politische Ausdruck doch ab etwa dem Lausitzer Platz immer stärker hin zum Krawallaufmarsch, der dann so auch ziemlich unübersichtlich und schlecht koordiniert schien. Ab Wiener Straße schließlich, schien es, hissten die Organisatoren zumindest für ihre Verantwortung über den Aufzug die weiße Flagge und verabredeten mit den Einsatzkräften eine Verkürzung der Route & den vorzeitigen Abbruch der Demo. Meines Erachtens nach sehr vernünftig. Grund für das offensichtliche Zusammenbrechen der Demostruktur schien der Frontalangriff der Polizei auf den Aufzug gewesen zu sein, womit sie auf das gleich zu Beginn sehr offensive Auftreten der Teilnehmer reagierten. Immer wieder flogen Steine und Flaschen, Gerüchten zu Folge auch Molotow-Cocktails, auf die Einsatzkräfte. Als die Demo beendet war, gingen die Scharmützel weiter. Es folgte ein ständiges Hin und Her zwischen Polizeiangriff und dem Rückschlag seitens Betrunkener und Gefrusteter(wobei sich diese Spektren sicher auch allzuoft überschnitten) aller Coleur. Was bleibt, ist zumindest für mich die Erkenntnis, dass am Konzept der 18 Uhr-Demo, so man überhaupt (noch) etwas von ihr hält, grundlegend gearbeitet werden muss, damit die Gesamtsituation bei zukünftigen 1.Mai-Demos nicht derart eskaliert, dass sich die Veranstalter zu recht fragen müssen, ob das wirklich das war was sie da wollten.
Besserungswünsche gehen an alle nicht für den Staat arbeitenden Verletzte des gestrigen Abends. Kraft wünsch ich all jenen, die nun eine dicke Welle an Repression abkriegen!
Interessant dürfte in den nächsten Tagen auch der Umgang der Linkspartei mit der Demo und ihrem Anmelder sein, hatte sie diesen immerhin schon im Vorfeld für die Anmeldung gerügt.


1 Antwort auf “Erster Mai, es ist nichts vorbei!”


  1. 1 Prügelprinz 03. Mai 2009 um 21:28 Uhr

    Guter Musikgeschmack (endlich mal)!

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