Wie im letzten Jahr mobilisiert die Revolutionäre Perspektive Berlin nach München zu den Protesten gegen die Sicherheitskonferenz. Dieses Jahr natürlich alles als Warm-Up für den NATO-Geburtstag wenige Wochen später. Im Aufruf findet sich mal wieder viel Aufgerege über Kriegstreiberei. Dabei lassen sie sich nicht lumpen so Kategorien wie Kriegsverbrechen zu bemühen um das Ganze auch ja schlimm klingen zu lassen. Nebenbei wird der Kapitalismus auf ein ausbeuterisches, die Erde ausplünderndes System von EU, Nato und USA herunter gebrochen. Zum Abschluss wird dank wir wollen eine bessere Welt-Trompete in den letzten 2 halben Zeilen noch der Kontext für die ansonsten ziemlich frei im Raum stehende Parole Für den Kommunismus herunter gebrochen.
Immerhin ist der Flyer ganz schick.
23 Antworten auf “SiKo 2009 | RPB-Mobilisierung”
- 1 Pingback am 14. Januar 2009 um 13:49 Uhr
- 2 Pingback am 05. Februar 2009 um 1:45 Uhr
Ich hab nicht verstanden, was da politisch zu holen ist.
Meiner Meinung nach, bilden Staaten Bündnisse, machen Verträge wie auch immer. Was will man als radikale Linke sagen: Ihr dürft das nicht? Die anderen Staaten sollten auch Bündnisse bilden? Löst euch auf, weil es den Warschauer Pakt nicht mehr gibt und ihr ahistorisch handelt?
Eine Kritik am Staat (bürgerlich) wird da sicherlich nicht geleistet. Nun hat auch nicht jeder den kommunistischen Maßstab, aber wenn man so eine Parole drunter schreibt, muss man sich angesichts dessen aus krtiisieren lassen.
@deadrat:
wenn nicht „kommunismus“ drunter stünde, würd es den kram doch auch nicht richtiger machen. oder so: ich hab ja auch ne kritik an der spd, auch wenn die genau das macht, was sie sich programmatisch auf die fahnen schreibt: eine sozialdemokratische partei sein. ich meine, ansonsten biste ganz schnell dabei, wie kulla, nicht die chinesische KP für ihre fehler zu kritisieren, sondern einfach nur im abgleich mit dem eigenen ideal zu sagen: „nein, nein, das ist nicht der kommunismus“ – was eben keine inhaltliche kritik ist und wo keiner draus schlau wird.
@deadrat:
ist halt die selbe angelegenheit, wie mit g8-gipfel etc.: eventhopping. alle kommen zusammen und protestieren, dass die ihre angelegenheiten an einem tisch und nicht via video-konferenz abhandeln und irgendwer lässt sich zum steine schmeißen und autos anzünden hinreißen. dann hat die linke wieder gezeigt wie vermeintlich stark sie ist und lässt sich danach vom repressionsdruck zu ganz viel soli-arbeit bewegen.
Mobilisierungen gegen solche Grossevents sind einfach sichtbarer als andere Aktionen. Dadurch dass ein „interessantes“ Event bevorsteht sind Leute auch neugieriger auf deine Inhalte, deine Kritik.
Dazu kommt, dass diese Events auch immer eine nach aussen gerichtete Propagandafunktion haben, die sich mit sichtbaren Aktionen schon beeinflussen lässt. Über die Siko wird halt mehr berichtet als über irgendwelche Videokonferenzen.
Und dank der diversen Gipfelproteste der letzten Jahrzehnte sind die Zeiten, in denen ein Publikumswirksames „Bad in der Menge“ genommen werden konnte vorbei, wieder ein Punkt gegen die Propagandawirkung.
p.s.: den linksradikalen Aufruf aus München jibt es auch bei mir.
Mir jehts imma um die Inhalte.
@Missy: Nicht Kommunisten kann man für ihre nichtkommunistische Sicht der Dinge nicht kritisieren.
@Rockstar: Jep.
@Bikepunk: Find ich blöd, glaube nicht an den Erfolg der Tat, oder so.
@bikepunk
Das rockstar von den Inhalten nicht soviel hält, sagt er doch. Du ignorierst das schon wieder und behauptest dann, für die Vermittlung dieser Inhalte hätte der Event-Charakter einen besonderen nutzen. Das ist allerdings gar kein Argument, wenn die Inhalte eben nicht stimmen.
Was schwebt dir da vor? Ne korrekte Kritik am Imperialismus kann man m.E. nicht auf dem Marktplatz vortanzen und auf ein Transparent passt sie auch nicht.
Wenn du ernsthaft meinst, dass das das prinzipielle Einverständnis der Leute mit der hiesigen Herrschaft irgendwie auch nur im geringsten Antasten würde, dann bist du ziemlich schief gewickelt.
@rockstar, ex-deadrat:
Gegenvorschlag zum Event „SiKo“/NATO-Burtstag usw.:
Sich mal an einem Wochenende irgendwo treffen und sich mal ernsthaft theoretisch mit NATO/Imperialismus und den bikepunks dieser Republik befassen, wenn da Klärungsbedarf besteht. Das Jahr hat ja gerade erst Angefangen und Dringlichkeit besteht immer.
aber nur wenn wir danach dann auch steine schmeißen gehn.
ansonsten hat die junge linke meines wissens demnächst ein seminar zu china. da wird sicherlich auch so einiges zum imperialismus rumkommen. der rote freitag der gruppe kk in berlin zum thema diplomatie hat zudem auch schon einen ganz netten einstieg in sache nato-politik verschafft.
mal sehn, vielleicht kommt ja demnächst noch irgendeine gute veranstaltung zum thema.
@ex-deadrat:
Man sollte überhaupt niemanden für eine „nichtkommunistische“ Sicht der Dinge kritisieren. Damit ist nämlich nicht viel mehr gesagt, als das diese Sich vom eigenen Ideal abweicht. Man soll die Leute, wie sie sich jetzt auch nennen mögen, für ihre falsche, ideologische Sicht der Dinge kritisieren. Und zwar ganz konkret.
Nachtrag zu meinem Vorschlag:
Den habe ich gemacht, weil man ansonsten bikepunks Argument gar nicht beurteilen kann: Ob Eventhopping nämlich irgendwas zur Vermittlung von Inhalten taugt, lässt sich ja nun erst beurteilen, wenn man sich erstmal über die klar geworden ist.
habe in meinem jahres-preview schonmal ein bisschen was zur nato-sache geschrieben. ist in teilen inhaltlich aus der diplomatie-veranstaltung:
ansonsten wird sich die ganze thematik beim eventhopping eher in längeren redebeiträgen von lautsprecherwägen bearbeiten lassen. und redebeiträgen, gerade wenn sie etwas länger sind, hört sowieso nur maximal die hälfte der leute zu. bikepunk meint aber m.e. sowieso schon viel eher, dass so events auch eine gute mediale öffentlichkeit bringen und deshalb nützlich sind. dass da allerdings in aller regel die reformistischen kräfte, wie attac, zu wort kommen und nicht viel von einer radikalen kritik übrig bleibt, dürfte wohl kaum ein geheimnis sein. schon aus dieser stoßrichtung, indem es die proteste und deren berichterstattung zu beurteilen gilt, zeigt sich viel eher eine untauglichkeit der sache.
na wie gesagt: hoffen wir auf eine entsprechende veranstaltung in nächster zeit.
An Literatur zu diesem Thema besteht auch kein Mangel (hier und hier)
Ansonsten hat missys Vorschlag einiges für sich …
@ Missy
rockstar hält nicht viel von deren Inhalten und bleibt zuhause, die halten was von ihren Inhalten und nutzen das Event um diese unter die Leute zu bringen.
Ne korrekte Kritik lässt sich in einem Aufruf anreissen oder in einer Massenzeitung schreiben, die beide dank Event mehr Absatz finden als sonst unterm Jahr. Über die Qualität der Kritik lässt sich trefflich streiten, aber wieso nicht bei guten Gelgenheiten vermitteln dass es einen Kapitlismus ohne Krieg nicht geben wird und die Wochenendseminare auf denen diese Kritik dann weiter entwickelt wird zwischendrin machen?
Wenn die Vermittlung das Ziel ist, und nicht das Seminar (als Selbstzweck), bringt der Ansatz irgendwie mehr.
btw.: ich scheine ja langsam zu deinem ideellen Gesamtbewegungslinken zu werden. Danke für die Blumen, das spiegelt wieder dass Bewgungsorientierte Linke seltenst bloggen.
ich denke, die nato-texte da beim zweiten link sind möglicherweise von daher ungeeignet, als das sich die rolle der nato durch wegfall des kalten krieges geändert hat. daher ja meine hoffnung, dass es in nächster zeit entsprechende veranstaltungen zum thema gibt oder sich meinetwegen vielleicht ja auch der gsp mit einem text zum 60.jährigen der nato zu wort meldet.
die alb u.a. verweisen inzwischen häufig auf die kurzen analysen der informationsstelle militarisierung e.v., deren texte sich m.e. auf einem inhaltlich (bisher) kaum schlagbaren niveau befinden. der gsp kann da kaum mithalten und ist zumindest in dieser frage absolut nicht auf der höhe der zeit.
z.b. hier:
„Kriegsbündnis NATO: Militärischer Garant westlicher Vorherrschaft in einer brüchig werdenden Weltordnung“
http://www.imi-online.de/download/IMI-Analyse2008-39.pdf
weitere interessante Artikel auch zu anderen internationalen themen in den einzelnen imi-monats-ordnern:
http://www.imi-online.de/2008.php3?id=1850
Das ist doch geheuchelt.
1. reicht dir die Phrase „Kapitalismus ist ohne Krieg nicht zu haben“ ja offensichtlich vollkommen aus, um dich hinter eine Mobilisierung zu stellen. Um die auf ein Transparent oder in eine „Massenzeitung“ zu schreiben muss man nur wirklich nichts verstanden haben. Krieg finden viele irgendwie doof und darüber soll dann die Gegnerschaft zum Kapitalismus erschlichen werden, ohne mal die Gründe auf den Tisch zu bringen aus denen das so ist.
2. hast du an Wochenend-Seminaren „dazwischen“ doch eh kein Interesse, wenn es nicht darum geht den nächsten kreativen Protest gegen „die HERRschenden“ vorzubereiten, bei dem dann wieder alle mitziehen können – und zwar weil im Aufruf wieder nichts erklärt wird, sondern rummoralisiert.
Was für ne blöde Unterstellung. Irgendwie scheinst du es immer noch nicht kapiert zu haben, dass kommunistische Theoriebildung (und das wäre mein Anspruch an ein solches Seminar) nie und nimmer sich Selbstzweck ist. Sie ist die Bedingung die erfüllt sein muss um überhaupt zu irgendeiner Praxis zu kommen, die sich kommunistisch nennen kann. Daraus folgt dann auch, dass alles was sich ansonsten kommunistisch nennt, aber nicht aus dieser theoretischen Einsicht folgt, den Namen nicht verdient hat (so, ex-deadrat, jetzt mach ich’s doch mal
) und Quark (Luxemburg) ist. Darüber wie man diese Erkenntnisse dann unter die Leute bringt kann man sich dann noch streiten.
btw: Das ist kein Kompliment. Das du so ein schönes Beispiel abgibst, ist allerdings schon eine Leistung, die ich so eben auf meine Art honoriere. Du stehst exemplarisch dafür, wie die sog. „Bewegungslinke“ ein verkehrtes Verständnis von Theorie (und daraus notwendig folgend eben auch Praxis), Arroganz gegenüber den sog. „Massen“, Ignoranz gegenüber inhaltlichen Differenzen, wenn nicht sogar gegenüber jedem Inhalt und konsequenter Realitätsabstinenz zu einer Haltung kultiviert hat, die sich einfach nur noch bräsig nennen lässt. Und ja, bitte Pack das ins „about“ deines Blogs.
Das EU, NATO und die USA (plus China und Russland) die bestimmenden Mächte dieser Welt sind, stimmt aber schon.
Achso, und deine geliebte ARAB steht übrigens auf dem Flyer ganz gleichberechtigt neben der Revolutionären Perspektive Berlin. Selektive Wahrnehmung?
die arab hab ich deshalb nicht mit ins spiel gebracht, weil es mir um den aufruf der rpb ging. die arab mobilisiert auf ihrer seite anders, mehr mit ansage was die siko so ist und ohne wertung. da würde dann halt mehr so die während den comments gekommene kritik des eventhoppings passen.
Es stimmt ja, dass NATO, EU und Russland die bestimmenden Mächte auf diesem Globus sind. Was nicht stimmt ist, dass sie auf der Siko Absprachen über dessen künftige Aufteilung treffen würden. Die SiKo ist viel mehr die Bühne auf welcher die bestimmenden imperialistischen Mächte jenseits der üblichen Diplomatie ihre Konkurrenzangelegenheiten zur Sprache bringen.
Ich will mich nicht so auf den Sonderfall kapitalistischer Politik stürzen, Kriege, Krisen,…natürlich sind sie dem System immanent und nichtsdestotrotz muss man den Menschen doch überzeugen, dass in einer globalen Konkurrenzökonomie weniger an Wohlstand bei mehr Aufwand zu holen ist, als wenn man sich ganz vernünftig hinsetzen würde, „Arbeit“ für die Bedürfnisse aufteilt und sonst seinem Vergnügen nachgeht.
Sich an Wochenenden hinsetzen, diskutieren fand ich schon immer gut.
Missy:
Gut dass hier ausser mir niemand mit blöden Unterstellugnen arbeitet.
Ausserdem wollen wir hier mal festhalten, dass nicht sein kann was nicht sein darf! Hmpf!
Im Ernst: ch kenn genug nerds, die selbstzweckhaft irgendwas machen und das dann als „kommunistische Theoriebildung“ ausgeben. Bestenfalls haben sie noch einen blog, mehr kommt dabei nicht rum.
Dich kenn ich nicht, ich weiss nur dass du kindisch genug bist um dich in internetdiskussionen aus der Reserve locken zu lassen. FAlls dich das tröstet: Auch für Kommunist_innen wie dich brennt im Kühlschrank noch ein Licht. Geh einfach mal gucken, ja?
Leue wie Missy an ihrer „fehlenden“ „Praxis“ zu kritisieren, ist aber in Anbetracht dem was sich hier emanzipatorische Linke schimpft, auch nicht der beste Vorwurf.