Am vergangen Freitag war ich mal wieder mit alten Freunden was trinken und als ich gerade so schön noch nen Kurzen bestellt hatte, die Kellnerin sich Richtung Tresen aufmacht und so ein Thor Steiner-Prolet a.k.a. Kiddie-Biffze an meinem Tisch vorbei geht, kommt mir der Gedanke, doch mal meine Kritik an der TOP auf Papier, nein, eigentlich doch eher auf meinen Blog zu bringen.
Nun, wie man unschwer an meiner Gruppen-Linkliste erkennen kann, ist die TOP eher eine der Gruppen, an denen ich Gefallen finden kann. Nicht im Wesentlichen, aber dann halt doch irgendwie ist es gerade auch ihr Pop- und Kulturcharakter, der sie so attraktiv macht. Aber ehe sich die Freunde der Sonne hier dann beschweren, dass es ja immer nur gegen ihre heißgeliebte TOP ginge, kündige ich hiermit mal an, dass in nächster Zeit wohl noch mehr Gruppen-Kritiken kommen werden.

Also fangen wir mal an und das heißt mal nicht, wie einige andere meiner etwas verflossenen Antiimp-Freunde das machen würden, mit der Geschichte dieser Gruppe an zu fangen und darauf rum zu reiten, dass sie ja eine Splitterfolgegruppe der hammerdoll-antideutschen KP und deshalb genauso sind, sondern damit, was es inhaltlich so wirklich zu kritisieren gibt. Aber wie man das in der Schule immer so schön gelernt hat, werd ich mal mit den positiven Dingen, jenseits der Popkultur, anfangen.
Vor allem imponiert mir bei den lieben Theoretikern.Organisatoren.Praktikern, dass sie mit der Marx-Schulung einen doch sehr grundlegenden Teil kommunistischer Theorie-Bildung und auch sonst mal Diskussionsveranstaltungen bewerkstelligen. Das machen andere Gruppen natürlich auch und vielleicht sogar mit einer um einiges höheren Quantität, aber zeichnet sich doch die TOP als eine von eher wenigen Gruppen in Berlin auch durch die Qualität der von ihr organisierten Veranstaltungen und von ihr eingeladenen Referenten aus. Ihre bundesweite Organisierung im …ums Ganze!-Bündnis ist mir ebenfalls sehr sympathisch, ist es doch der wohl stärkste Ausdruck einer Postantifa-Bewegung, der verstanden hat, dass Antifa halt voll der Mist ist. Inhaltlich zumindest der aktuell beste bundesweite Organisierungsansatz, sehen wir mal vom GSP und u.a. der Jungen Linken ab.
Doch im …ums Ganze!-Bündnis artikuliert sich zugleich auch der größte Kritikpunkt, den ich an der TOP habe, ist es doch wohl im Grunde genau das, was die LeA mit ihrem Antifa-Text meinte. Hier wird zwar radikal Gesellschaftskritik geübt, doch nicht die logische Schlussfolgerung gezogen und brav weiter der Antifa-Kram der letzten 20 Jahre weiter zelebriert. Inhaltlich und aktionistisch zeichnet die TOP so ein Bild von sich, dass letztlich doch nur das einer ganz und gar der Antifa-Bewegung entwachsenen Kadergruppe entspricht. Das ist wie das Pendant ALB, nur halt eben mit kommunistischer Theorie.

Was also bleibt? Die Kritik, die ich hier niederschreiben wollte, ist dann doch etwas kürzer ausgefallen. Werft mir daher ruhig verkürzte TOP-Kritik vor. Ansonsten bleibt halt abschließend zu sagen, dass die TOP sich auf ’nem guten Weg befindet, sich schließlich aber von ihrer Antifa-Verfasstheit in Aktion verabschieden sollte um einem gewissen Führungsanspruch unter den berliner Gruppen gerecht zu werden. Und nun leugne mal keiner, dass es den nicht gibt. Dafür sind wir doch alle schon viel zu lange bei der Sekte, ich meine in der Szene.
Kann ich mich durch und durch anschließen.
Aber warum nur ist dieser Beitrag in der Rubrik „Drogen“ gebloggt?
Wenn man den LeA-Text genau liest, wird aber klar, dass die Antifa(schismus) nicht für konterrevolutionär halten. Die meinen schon, dass damit noch was anzufangen wäre (kommunistisch gesehen), aber nur wenn man den Antifaschismus neu besetzt. So richtig halt.
Naja die TOP und ums Ganze machen eben nicht »Antifa«, sondern was darüber hinaus, dass das nötigerweise nur Vorfeldarbeit für eine soziale Bewegung ist, die den Kommunismus bringt und deswegen bei all der Kritik doch mal Politik gemacht werden muss ist halt nicht das Problem der TOP sondern der momentanen Verfasstheit der Gesellschaft. Da geht es halt mal gegen einen Anti-Islamisierungskongress und nicht gegen den Parteitag der SPD.
Vorträge des GSP alleine bringen die Assoziation freier Individuen auch nicht näher…
aber mit aktionen gegen der cdu wäre wohl auch schon wesentlich mehr erreicht und bei denen, möchte ich nicht nur behaupten, sondern feststellen, ist zumindest genau die selbe reaktionäre ideologie unterwegs, wie bei den pro köln-spinnern. bestes beispiel dafür dürfte wohl die cdu in berlin-pankow sein, die sich ohne weiteres an den anti-moschee-protesten beteiligt hat.
um dann halt doch irgendwie aktionsorientierte politik zu machen, muss man eben nicht immer nur den nazis in köln, hamburg und sonstwo hinterher rennen, sondern kann sich halt tatsächlich mal der ganz alltäglichen scheiße auch praktisch annehmen. wie wärs denn beispielsweise mal mit einer intervention in sozialen bewegungen, die ja schließlich auch irgendwann den kommunismus ranschaffen sollen?!?
@keta: wer seinen tresen mit wodka beworbt, der darf auch ruhig mal unter drogen gebloggt werden
Der Tresen wird mit Glühwein und Lebkuchen beworben, soweit ich sehen kann. Was mich allerdings auch mal interessieren würde, ist der angebliche Führungsanspruch von TOP. Erklär doch mal.
Offtopic:
Die CDU in Pankow hat sich nicht an den Anti-Moschee-Protesten beteiligt, sie hat sie maßgeblich organisiert.
http://top-berlin.net/?p=58
WODKA!
…auch wenn dieser Eintrag anscheind das letzte mal zum Oktober bearbeitet wurde.
Zum Führungsanspruch: Der ist natürlich nirgends niedergeschrieben oder offen ausgesprochen. Unzweifelhaft sollte doch aber sein, dass die TOP, die vorher die KP und davor die AAB, als bundesweit agierende Gruppe und als AAB einstige Mutterpartei der Jugend- bzw. Bezirksantifagruppen, für sich eine führende Position, festgemacht an tendenziell professioneller Pressearbeit und der größe von Aktionen, beansprucht/beanspruchen kann. Ich behaupte ganz einfach, dass sich dieser Anspruch die leitende Gruppe in Berlin zu sein, für die TOP genauso wenig wie für die ALB durch die Spaltung gegessen hat.
Zweifelsohne gibt es halt einfach auf Grund der besagten bundesweiten Aktivität für die TOP die Position eher oben als unten in der innerlinken Hackordnung zu sein – ob sie es wollen oder nicht.
Ich finde deine Kritik falsch. Das Verständnis der ARAB liegt genauso auf dem Antifaschismus, da sie mit der ALB kooperiert und dementsprechend die Schwerpunkte der politischen Arbeit hauptsächlich darauf beschränkt.
unabhängig von der tatsächlichen ausrichtung der arab ist es doch etwas sehr vermessen von der zusammenarbeit der alb mit der arab etwas über die positionen der arab her zu leiten. noch dazu sagt dein daraus resultierender vergleich nun garnichts über die politische ausrichtung, weder von der arab, noch von der alb.
zumal es ja – mit ausnahme der silvio meier demonstration, aber selbst bei der habe ich die arab nur durch die werbung für den schulstreik wahrgenommen – gerade nicht wesentlich das themenfeld antifa ist, auf dem beide kooperieren.
und was nun hat die arab mit meiner von dir kritisierten kritik an der top zu tun?
Warum ist das vermessen darüber etwas herzuleiten. Ich meine es gibt viele Gruppen die nur mit bestimmten zusammenarbeiten (dementsprechend ist dann auch die inhaltliche Ausrichtung, aber auch nicht immer).Doch ist die ARAB für mich nur auf die Profilierungsgeschichte aufgesprungen. Warum sollte sonst eine Gruppe wie die ARAB (wenn sie doch garnicht so antifa like ist) so oft mit der ALB zusammenarbeiten und auf jedem scheiß Flyer mit drauf stehen? Ich weiß auch nicht mehr genau wie ich darauf gekommen bin, doch wollte ich nicht unbedingt auf die schmale Argumentation von dir eingehen, da diese Kritik wohl eher zu vielen anderen Antifa Gruppen passt, die jedem Nazi hinterher rennen.
„Hier wird zwar radikal Gesellschaftskritik geübt, doch nicht die logische Schlussfolgerung gezogen und brav weiter der Antifa-Kram der letzten 20 Jahre weiter zelebriert.“
was meinst du denn da ganz konkret? hamburg und köln? wenn ja, ist das wirklich „der Antifa-Kram der letzten 20 Jahre“? ich würde sagen: NEIN!
@imv
was ich damit meine ist halt, dass die top zwar die gesellschaft radikal kritisiert, aktionistisch aber im wesentlichen nur durch antifa-sachen in erscheinung tritt. das ist letztendlich, auch wenn du mir dafür an die gurgel gehen wirst, revolutionärer antifaschismus, der es weitgehend verlernt hat, sich auch mal bei sozialen bewegungen ein zu klinken, obwohl man klar zur erkenntnis kommt, dass es eben ne soziale bewegung sein wird/muss, die den kommunismus erkämpft. das was die top macht, ist halt genau das, was ich aus dem lea-text herauslese, wie antifa sein sollte. nämlich radikal kritisierend am hier und jetzt, um unterm strich doch nur für die aufrechterhaltung des hier und jetzt ein zu treten.
@heinz:
es ist total vermessen, weil über die feststellung der zusammenarbeit der beiden gruppen nichts über deren positionen gesagt wird. und gerade dein argument, die arab wollte sich profilieren, würde doch viel eher darauf schließen lassen, dass das eine zweckgemeinschaft ist, auf die die arab sich da mit der alb zu gunsten ihrer stellung in der szene einlässt. um so zu sagen im windschatten mit zu fahren. und die arab schreibt sich nun wirklich nicht überall mit rauf. deren themenfelder kann man inzwischen ziemlich gut in bildungsproteste, antirepression/soli-arbeit, kurdistan, bissl antifa und bissl theorie eingrenzen. würden sie wie du sagst alles wegen der profilneurose mitmachen, dann wären da wohl noch gender, freiräume, antira etc.
lustigerweise kritisiert du, dass die TOP „aktionistisch aber im wesentlichen nur durch antifa-sachen in erscheinung tritt“ dann aber eben ein bild von dieser Demo vor dem/ zum 1.mai postest, wo es, meines erachtens nicht um antifa, sondern um die beerdigung des 1.mai mythos und radikale gesellschaftskritik ging.
war eben eine der besseren top-demos (rein theoretisch; die umsetzung bewert ich jetzt mal nicht).
ändert trotzdem nichts daran, dass sie wesentlich mehr durch antifa-aktionen in erscheinung treten als durch andere proteste. bezeichnend dafür finde ich auch, dass ausgerechnet ihre erste große publikation zur thematik der nationalen sozialisten, also typischer antifakram, ist.
Wer den Kapitalismus kritisieren will, der kommt nicht drum herum, sich auch anzusehen, wer das denn außer einem selbst sonst so macht. Sich dann mit dem nicht ganz erfolglosen Versuch eines nationalistischen Antikapitalismus zu beschäftigen, erscheint mir jetzt nicht die dümmste Idee. Aber keine Bange: Der Buschfunk sagt, da kommt demnächst noch was.
mein gott, da könnt ich genauso gut den vermeintlichen antikapitalismus bzw. die fehler der linkspartei auf- und bearbeiten. ist in meinen augen sogar nicht weniger interessant die thematik, da so wenigstens verdeutlicht wird, dass sie ja garnicht so links ist diese linkspartei und deshalb eigentlich ziemlich uninteressant für kommunisten sein sollte.
na mal sehn was die top‘ler da als nächstes auf die infotische werfen.
„Top´ler_innen“, wenn ich bitten darf.
@ to whom it may concern
Mal so ins Unreine fabuliert: Ich fände es ziemlich spannend, wenn die ARAB ihre (sehr beachtliche) Seminarreihe fortsetzen würde mit einer Veranstaltung zum Thema „Kapitalismuskritik heute“ o.s.ä. Organisiert werden könnte sowas (wenn gewisse Animositäten mal zeitweilig beiseite gelassen werden) gemeinsam mit TOP und Junge Linke und FdkG. An kompetenten Referenten sollte eigentlich auch kein Mangel sein (z.B. Peter Decker, Michael Heinrich, Lohoff/Trenkle). Der GegenStandpunkt hat ja mit seiner Kritik an M.Heinrich schon eine Vorlage gegeben, die dieser auch beantworten wollte.
in der top gibts frauen?
@hank: würde ich persönlich auch sehr begrüßen eine solche veranstaltung, aber top stellt ja solch sachen in der regel in zusammenhang mit dem ums ganze-bündnis. da arab sich bisher weder in der il noch bei ug organisiert, obwohl man das eigentlich bei dem politikstil erwartet, kann ich mir im moment nicht vorstellen, dass die sich mit ums ganze assoziiert sehen wollen, wo sie so bündnis-technisch in der regel schon immer eher was mit alb und co machen. trauriger weise wohlgemerkt.
Mehr als in den meisten derartigen Gruppen, würde ich mal raten.
wow
Ja, die Frauen dort sind allerdings auch kein Garant für korrekte Kritik an der Gesellschaft hier…insofern ist das Geschlechterverhältnis auch egal.
@ rockstar
Der Hinweis war ja nicht ohne Grund der, dass man diese doch reichlich albernen Gruppen-/Bündnisanimositäten zumindest zu so einem Anlass vielleicht mal kurz stecken lassen könnte. Es geht ja nicht ums Kuscheln, dass also die Vereine/Bündnisse aufgelöst werden sollen, sondern um einen nicht ganz unwichtigen inhaltlichen Streitpunkt: Nämlich zu klären, was kommunistische Politik erigentlich meint und wie sie heute aussehen könnte/sollte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bei den oben genannten Gruppen ist m.E. hier und heute am ehesten davon auszugehen, dass dieser Streit produktiv, also mit Aussicht auf eine Klärung geführt werden kann.
hoffen wir also, dass die vertreter_innen der beiden gruppen mal darüber nachdenken. dass sie deinen comment gelesen haben, hank, davon können wir wohl ausgehen.
„mein gott, da könnt ich genauso gut den vermeintlichen antikapitalismus bzw. die fehler der linkspartei auf- und bearbeiten. ist in meinen augen sogar nicht weniger interessant die thematik, da so wenigstens verdeutlicht wird, dass sie ja garnicht so links ist diese linkspartei und deshalb eigentlich ziemlich uninteressant für kommunisten sein sollte.“
und genau da liegt der hund begraben. ich würde nicht sagen, das die top oder ug mit ihrem engagement zu hamburg und köln oder auch der broschüre typischen antifa-kram gemacht oder sich an nazis abgearbeitet haben. statt dessen wurde die chance genutzt im allgemeinen halligalli, richtige und wichtige positionen zu setzen und eine kritik zu formulieren, die eben z.b. neben den nazis auch (wenn auch natürlich nicht deckungsgleich) auf die linkspartei oder teile der radikalen linken zutrifft. eine verkürtzte kapitalismuskritik vertreten eben nicht nur nazis, apelle an einen starken staat kommen nicht nur von rechtspopulisten,…
na da sagst du es doch selbst, warum also immer die nazis als aufhänger nehmen? ist das dann nicht gerade das böse am kapitalismus daran auf zu rollen, dass eben auch faschisten bei rum kommen?
es wurden nicht immer nazis als aufhänger genommen – das wird auch nicht dadurch richtiger, dass du es gebetsmühlenartig wiederholst.
es gibt eine broschüre („antikapitalismus“ von völkischen freaks), die zu einem großereignis erschienen ist, dass v.a. von der linken geprägt war. in dieser broschüre wird sich mit themen beschäftigt, die rund um den g8-gipfel eben nicht nur für antifas von bedeutung waren, sondern auch und gerade für die, die die gegenproteste in mc pom organisierten. das war also neben der ug-broschüre zum gleichen anlaß ein zweiter (gelungener!) versuch sich in eine breitere debatte einzuklinken bzw. diese anzustoßen. du erinnerst dich vielleicht an so inhaltlich schmale bretter zum selben thema, wie die „alles lüge“-broschüre einer anderen gruppe oder statements zu aktionen von neonazis bei den hartz4-protesten. diese statments waren durch und durch geprägt von einer flaschen einschätzung des „antikapitalismus“ der neonazis und diese falsche einschätzung war eine folge der eigenen unzulänglichkeiten antikapitalistischer kritik.
dann gab es von der top eine mobilisierung nach hamburg – neben einem schönen plakat und einem tollen stangentransparent vor ort umfaßte das v.a. einen aufruf, der inhaltlich in die gleiche kerbe schlug, wie die genannte broschüre. es gab aber einen entscheidenden unterschied – die meisten anderen mobilisierenden gruppen benannten in ihren aufrufen ebenfalls die wirklichen probleme eines „antikapitalismus“ von rechts, statt etwa wieder „alles lüge“ zu schreien. es hatte sich also was getan und das hat nun wirklich nicht nur auswirkungen auf antifa-politik.
dein drittes und letztes beispiel ist die mobi von ug und top nach köln. nun geht es hier gerade nicht um neonazis und daruaf wurde in den entsprechenden aufrufen auch wert gelegt, was eine klassische antifa-arbeit schonmal ausschließt. denn wie wert auf diesen unterschied gelegt wurde und was sonst so in den aufrufen und z.b. der veranstaltung der top im festsaal thematisiert wurde, läßt wohl kum den schluß zu, dass hier „brav weiter der Antifa-Kram der letzten 20 Jahre weiter zelebriert“ wurde. und die vorabend-demo in köln, die ja hauptsächlich von ug und dem ak antifa köln organisiert wurde, hatte ganz offensichtlich auch das ziel den fokus weg von pro köln hin zu einer allgemeinen gesellschaftskritik zu lenken. so what?
vielleicht bringst du mal ein einziges argument, was über ein „das hat aber irgendwie was mit nazis zu tun“ hinausgeht, das ist nämlich langweilig und btw. einfach nichtssagend.
und du solltest auch nicht vergessen, was die top und ug sonst so gemacht haben und was nochmal weniger (falls das überhaupt geht) in dein „Antifa-Kram“-Bild paßt:
-“Verschwörungstheorien vs. Gesellschaftskritik I+II“
-“Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe gegen deutsche Einheit in Hamburg“
-“Marx-Herbstschule mit Podiumsdiskussion und Konzert/Party vom 24.-26.10.2008 in Berlin“
-“Radio Island: Die Leipziger Gruppe GiG und TOP Berlin diskutieren über Sinn und Unsinn des Kommunismus-Begriffs.“
-““Der universale Maßstab der Befreiung” – Theorie.Organisation.Praxis Berlin im Interview über das Verhältnis materialistischer Gesellschafts- und Islamismuskritik beim Extrablatt aus Bremen.“
-“Die Demokratie der Gedenktage – Text von Top B3rlin aus der Antifaschistischen Zeitung der AIM zum 09.11.2008″
-“No Way Out? Der …ums Ganze! Kongress“
-“TOP-Beitrag in der Jungel World (01.11.2007): No Way Out? als Anstoß einer Diskussion“
-“G8 Diskussionsbeitrag (02.06.2007): Capitalism is no conspiracy and the Hamas is not the rebel alliance“
-“Demonstration(30.04.2007): Reduce to the max. Just communism.“
-“Veranstaltung(25.04.2007): Die G8 und das Kapital-Verhältnis. im Festsaal“
-“TOP-Beitrag in der Jungel World (03.01.2007): Dabeisein ist nicht alles. – zu den G8-Protesten“
das ist jetzt mal ne wahrscheinlich unvollständige zusammenstellung, die bei zwei blicken auf die top-homepage auch dir zugänglich ist…
ok, ehe wir noch weiter auseinander diskutieren.
vielleicht war mein fokus a la „die machen eh nur anti-nazi-sachen“ falsch, bzw. ich hab meine message falsch formuliert. abgesehen davon, dass du sachen, die ich schon positiv erwähnt hatte, nun als gegenthese anbringen möchtest.
Vor allem imponiert mir bei den lieben Theoretikern.Organisatoren.Praktikern, dass sie mit der Marx-Schulung einen doch sehr grundlegenden Teil kommunistischer Theorie-Bildung und auch sonst mal Diskussionsveranstaltungen bewerkstelligen.
soviel dazu. und die völkische freaks-broschüre, genauso wie der verweis darauf dass die hamas ja nun kein bündnispartner für linke politik ist(”G8 Diskussionsbeitrag (02.06.2007): Capitalism is no conspiracy and the Hamas is not the rebel alliance”), ist ja dann doch eher mehr beleg dafür, dass die politische praxis der top im wesentlichen durch das angreifen der widerlichsten ausflüsse dieser gesellschaft und nicht einfach mal grundlegend einzig gegen diese gesellschaft als ganzes(nebenbei bedienen sie sich hier einem eklatanten vergleich, der die demokraten als die tollen und guten dastehen lässt) gerichtet ist. das sie die kommunistische theorie haben, habe ich ja schon festgestellt und für gut befunden, aber trotzdem muss man halt genauso feststellen, dass die top in ihrer praxis dann doch eher die demokratie gegen die reaktionärsten dieser gesellschaft hochhält. das ist halt radikele gesellschaftskritik, die sich aber in form von demos z.b. in der regel nur über antifa-aktionen artikuliert. demos, mit denen man ja ins öffentliche bewusstsein will, die aber antifa-aktionen sind, werden eben nicht als kritik an dieser gesellschaft, sondern den bösen, den nazis und rechtspopulisten, in der öffentlichkeit wahrgenommen.
jenseits von antifa und meinetwegen auch antirechtspop habe ich gesellschaftliche intervention der top, mit ausnahme der reduce to the maxx-demo und meinetwegen auch die anti-g8-demo, noch nicht großartig wahrgenommen.
…und über die unzulänglichkeit dieser „alles lüge“-broschüre müssen wir doch wohl nicht streiten.
„ist ja dann doch eher mehr beleg dafür, dass die politische praxis der top im wesentlichen durch das angreifen der widerlichsten ausflüsse dieser gesellschaft und nicht einfach mal grundlegend einzig gegen diese gesellschaft als ganzes“
nein – es ist ein beleg dafür, das linke mit der hamas liebäugeln und z.t. eine ähnlich bescheuerte „kapitalismuskritik“ haben wie (neo)nazis. und genau das muß natürlich thematisiert werden und wurde bei den vorliegenden sachen auch immer.
aber mal abgesehen davon stehen nun an praktischen sachen hamburg und köln gegen 30.4. in berlin und die g8-demo. dann eine rießen anzahl an theoretischen sachen, die eben nicht antiaf-kram sind. bei den praktischen sachen könnte es dann u.a. daran leigen, das in diesem land ein großteil linksradikaler politik antifa-karm sind und demzufolge auch dort eingegriffen und versucht wird eine ordentliche gesellschaftskritik zu vermitteln, oder?
außerdem: ob im tv (der „öffentlichkeit“) kommt, das in köln und hamburg soundsoviele leute gegen nazis demonstriet haben oder nicht ist scheißegal. das wäre auch gekommen, wenn top oder ug nicht dabei gewesen wären. das entscheidende ist die wirkung in die linke selber und da wirst du wohl kaum eine_n treffen der top als antifa-gruppe wahrnimmt, sondern als die ewig nörgelnden kommunist_innen, denen es ums ganze geht!
Exakt. Diskutieren, Bücher lesen, immer alles besser wissen.
na ich zumindest nehm die nich als die immer nörgelnden kommis wahr und da kenn ich noch so manch andere
und sorry, aber ich dachte immer, dass demos dafür da sind, dass man seine kritik auf die straße und somit in die öffentliche wahrnehmung trägt oder das zumindest versucht. um in die linke zu intervenieren braucht es halt nunmal nicht ne beteiligung an einer demo, sondern da kann ich halt auch texte und positionspapiere etc schreiben und in phase2, indy und weiß ich nicht noch wo veröffentlichen. und ist es nicht auch irgendwo sehr moralisierend, wenn ich linken, die ne regressive kapitalismuskritik formulieren, vorwerfe sie würden wie nazis argumentieren? sollte es da nicht viel mehr gelten genau auf zu schlüsseln, was an dieser kritik konkret nicht tauglich ist? ich denke, dann werden diese protagonisten auch einsehen, dass eben eine allianz mit z.b. hamas auch ihnen nichts bringt. aber dafür müsste man sich halt erstmal mit ihnen in einen dialog begeben und eben nicht daher kommen und sie in ihrer wahrnehmung als nazis betiteln. dann würde der top die intervention in sozialproteste oder so vielleicht auch leichter fallen, aber das ist ’ne prognose für die ich meine hand nicht ins feuer lege. …dann wäre auch die sache mit zu viel antifa-praxis viel eher vom tisch, denk ich.
die theorie-sachen, wie bereits geschrieben, halte ich der top ja zu gute.
mein letzter beitrag für heute hier – sonst artet das noch zu nem chat aus:
) oder auf der trottel-homepage indymedia (wo man das eh nicht machen soll, weils keine berichte sind), nicht mal annähernd so oft und aktiv wahrgenommen wird, wie ein aufruf zu ner demo. man erreicht nicht nur mehr, sondern auch ganz andere leute. und mehr werden, darum gehts doch, oder?
„und sorry, aber ich dachte immer, dass demos dafür da sind, dass man seine kritik auf die straße und somit in die öffentliche wahrnehmung trägt oder das zumindest versucht. um in die linke zu intervenieren braucht es halt nunmal nicht ne beteiligung an einer demo, sondern da kann ich halt auch texte und positionspapiere etc schreiben und in phase2, indy und weiß ich nicht noch wo veröffentlichen.“
ich denke nicht, das dieser allgemein verbreitet irrglaube, das demos zum erreichen einer allgemeinen öffentlichkeit irgendwie sinnvoll wären, stimmt. die meisten demos sind einzige zur motivation der beteiligten zu gebrauchen, weshalb auch viel wert darauf gelegt werden sollte, das es für die befiedrigend läuft. aber mal zum eigentlichen – wenn leuten aufgezeigt wird, dass sie ähnliche argumentationsmuster benutzen, wie neonazis oder andere idioten, könnte ihnen ja auch schneller klar werden, das da was falsch läuft, als wenn man das einfach so behauptet, oder? aber ich will jetzt garnicht so darauf rumreiten, finds nur falsch dass dann immer sofort abzulehnen, weils auch um nazis geht.
viel wichtiger finde ich festzuhalten, das ein beitrag im kleinst-szene-blättchen phase2 (was nicht dagegen spricht da was zu veröffentlichen
Jetzt mus ich doch mal fragen: Was ist denn an GSP oder junger Linke ein guter Organisierungsansatz? Dass sie bundesweit organisiert sind sei unbenommen. Aber eine Organisierung ohne den Anspruch über Schulungen hinaus was zu reissen ist doch wenig beeindruckend.
gsp und junge linke sind bundesweit in lokalen gruppen organisiert und unter diesen bundesweit vernetzt. das vernünftige daran ist, dass so flächendeckend auf einer politischen linie agitiert wird.
1. Angesichts des TOP-Beitrags zur Antifa-Debatte möchte ich die oben angesprochene Idee einer Diskussionsveranstaltung noch einmal unterstreichen.
2. @ bikepunk
Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen und Kapital-Lesekreise sind doch kein Selbstzweck! Da hast du offenbar etwas ganz grundsätzlich missverstanden.