Am gestrigen Abend hat die Gruppe Theorie.Organisation.Praxis im Festsaal Kreuzberg eine Podiumsdiskussion organisiert. Zum Thema „Klasse und Krise im Kapital und heute“ sprachen Robert Kurz, Stefanie Hürtgen und Riccardo Bellofiore. Zu den Äußerungen von Erstgenanntem an diesem Stelle von mir eine Anmerkung.

Kurz stieg ein mit einer Abgrenzung. Hinsichtlich der Krise gibt es in der marxistischen Theorie seiner Meinung nach zwei zentrale Strömungen: Die Erste behaupte, der Kapitalismus sei zwar krisenhaft, aber nicht immanent endlich. Seine Abschaffung eine Frage der Stellung der Betroffenen zum Kapitalismus. Diese Theorie sei ahistorisch.
Die zweite vorgestellte Strömung spreche ebenso vom krisenhaften Kapitalismus, der sich allerdings selbst zu Grunde richte, weil die Krisen in immer kürzeren Abständen erfolgen und so nach und nach eine große Ökonomie(privat, wie auch staatlich) nach der anderen zu Boden reiße. Die Abschaffung des Kapitalismus ist damit keine Angelegenheit des Willens, sondern des systemimmanenten Widerspruchs. Robert Kurz ist Vertreter jener Theorie. Seines Erachtens nach, richte sich die kapitalistische Ökonomie zwangsläufig selbst so zu Grunde, dass sie keine weitere Akkumulation mehr hervorbringen und damit weiter existieren könne. Sein Schluss ist – jetzt kommt der Hammer – dass der Kapitalismus so „schließlich in Trümmern liege, diese Verhältnisse aber weiter fortbeständen“. Gerade angesichts eines Widerspruchs mit diesem Inhalt müsste man doch darauf kommen, dass die Entscheidung über Scheitern und Laufen von Staat und Kapital in den Händen organisierten Gegenmacht liegt. Verrückt!
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Das unmittelbare Ziel der Gewerksgenossenschaften beschränkte sich daher auf die Erfordernisse des Tages, auf Mittel zur Abwehr der ständigen Übergriffe des Kapitals, mit einem Wort, auf Fragen des Lohns und der Arbeitszeit. Diese Tätigkeit der Gewerksgenossenschaften ist nicht nur rechtmäßig, sie ist notwendig. Man kann ihrer nicht entraten, solange die heutige Produktionsweise besteht. Im Gegenteil, sie muß verallgemeinert werden durch die Gründung und Zusammenfassung von Gewerksgenossenschaften in allen Ländern. Auf der anderen Seite sind die Gewerksgenossenschaften, ohne daß sie sich dessen bewußt wurden, zu Organisationszentren der Arbeiterklasse geworden, wie es die mittelalterlichen Munizipalitäten und Gemeinden für das Bürgertum waren. Wenn die Gewerksgenossenschaften notwendig sind für den Guerillakrieg zwischen Kapital und Arbeit, so sind sie noch weit wichtiger als organisierte Kraft zur Beseitigung des Systems der Lohnarbeit und Kapitalherrschaft selbst.
Urgesteine zum Wandel der Schönhauser Allee…
„Das ist nicht mehr mein zu Hause“, sagt eine Frau, die lieber anoynm bleibt. „Dem Kiez fehlt das Herz. Diese ganzen Szene-Läden, in dem sich nur die Wessis wohlfühlen: Wie schön konnte man früher hier einkaufen gehen. Doch mit der neuen Zeit sind viele vertraute Läden wie der Uhrmacher Weist verschwunden. Stattdessen ist hier auf der Allee fast jeder zweite Laden ein Imbiss.“
Quelle: Berliner Kurier
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Zum 26.November ruft die Gruppe Soziale Kämpfe mit anderen1 sozialdemokratischen Vorfeldorganisationen2 zur Blockade des Bundestages auf. Von der abschließenden Zielsetzung einer „Welt, in der die Bedürfnisse der Menschen der Maßstab sind“, findet man im Text allerdings herzlich wenig. Stattdessen bemüht man die Suche nach einer besseren Bundesregierung.
Gemeinsam mit einer autonomen Gruppe hat der AStA der Uni Bremen eine Broschüre rausgebracht, die die Proteste, sowie deren Vor- und Nachbereitung gegen das Rekrutengelöbnis im Bremer Weserstadion bespricht. Die ganze Szenerie fand am 6.Mai 1980 statt und gilt mystisch-umrankt als Wendepunkt von K-Gruppen zu den undogmatisch-autonomen Gruppen, Geburtsstunde der Autonomen in Deutschland an sich oder auch als Ausgangspunkt einer wiederauflebenden Friedensbewegung und Start der neuen sozialen Bewegungen. Zweifelsohne ist das Ereignis wegen der unglaublichen Wucht an Militanz und Massenprotest ein Teil linker Geschichte der BRD.
Die Marxistische Gruppe war damals auch dabei und veröffentlichte folgende Resolution an der Universität, die ebenfalls in der Broschüre abgedruckt ist: (mehr…)
Weils so schön war…

Hierzu sei nochmal der Kauf des aktuellen GegenStandpunkts empfohlen:
Übergriffe auf Minderjährige in kirchlichen und weltlichen Erziehungseinrichtungen
Ein privater Rechtsstandpunkt sucht sich seine Opfer – und wird zum SkandalDer sexuelle Missbrauch von Minderjährigen ist als regelrechter Geschäftszweig etabliert und auch in zahlreichen Familien zu Hause. Nun wird die Reihe der Kinderschänder um prominente Adressen erweitert: Seelsorger der Mutter Kirche genauso wie das Personal weltlicher Erziehungsanstalten haben sich massenhaft an ihren Zöglingen vergangen. Die Ursachenforschung allerdings bleibt überwiegend dem Feuilleton überlassen und fällt dementsprechend aus: Sie kreist um die psychische Deformation der Täter und die Verletzung einer unbefragt guten sittlichen Ordnung, während sich die Politik mit der rechtlichen und organisatorischen Sicherstellung eines den staatlichen Vorgaben genügenden Erziehungswesens ohne inkriminierte Übergriffe – dazu zählen auch früher für angemessen gehaltene Züchtigungen – befasst. Eben die sittliche Ordnung aber, die da als gültiger Kodex gelungener Persönlichkeitsbildung hochgehalten wird, hat mit den Gründen für die angeprangerten Entgleisungen ziemlich viel zu tun. Also befasst sich der GegenStandpunkt ausführlicher mit den Verhältnissen in Privatleben, Familienerziehung und Lehrerberuf, die laufend solche gewaltsamen Übergänge produzieren.
* Das gesellschaftliche Mistbeet des Missbrauchs – Die bürgerliche Privatsphäre und die hohen Ansprüche an ihre Beiträge zu einem gelungenen Leben
* Das pädagogische Personal – Konkurrenzerziehung, die den ganzen Menschen fordert
* Internatserziehung – pädagogisches Familienleben der besonderen Art
* Neue Sitten – oder: warum die Mauer des Schweigens heute ihren Dienst versagt
Ein verantwortungsbewusster Unternehmer mag sich schon mal patriarchalisch wohlwollend zu seiner Belegschaft stellen, Siedlungen um seine Werkstätten herum errichten, eine Krankenanstalt spendieren und einen Betriebsverein für Leibesübungen finanzieren; mancher gefällt sich auch als Kunstmäzen; gerade das 19.Jahrhundert hat dafür glanzvolle Vorbilder zu liefern. Nur hat das nie etwas daran geändert, dass kein vernünftiger Arbeitsgeber sich die allgemeine Besserstellung der Arbeitnehmerschaft zum Anliegen macht: Eher zieht er sein Kapital ab, als dass er freiwillig in die Arbeiterklasse „investiert“.
Statt dessen findet der bürgerliche Staat – und in seiner Eigenschaft als verantwortungsbewusster Patriot auch der industrielle Kapitalist – in der miserablen Lage seiner lohnarbeitenden Bevölkerung Anlass zur Sorge. Ihm kann es auf Dauer nicht gleichgültig sein, wenn ein ganzer Bevölkerungsteil verkommt, der letztlich doch dauerhaft und irgendwie systemnotwendig zum nationalen Menschenbestand dazugehört. Und um diese Erkenntnis kamen die politische Elite und Obrigkeit schon zu Manchester-Zeiten nicht herum: Es waren einfach zu viele und wurden außerdem immer mehr, die in den neuen Produktionsstätten aufgerieben wurden und außerhalb ihrer Arbeitsstellen keinen bürgerlich hinnehmbaren Mindeststandard auch nur in Sachen Wohnung, Kleidung, Ernährung, Hygiene und Gesundheit hinkriegten.
Das Proletariat
1. „Manchester-Kapitalismus“: Das Elend der Lohnarbeit im Original
(c) Die politische Elite macht sich Sorgen – die Staatsgewalt sorgt für Ordnung
Referer der letzten 24 Stunden:
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Oompa Loompa, Chris
Hauke, der Klassensprecher von 1984, Oompa Loompa
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